
SEMINARE ¬
Historische
Glasperlenausstellung im Glashaus
Vernissage mit lebendigen Vorträgen
über alte Perlenkultur von Heidi Simons am 26. und 27.
September 2009
Im Glashaus in
Ballrechten-Dottingen lässt eine Ausstellung
mit historischen Glasperlen und Vorträgen von Heidi Simons
2000 Jahre
europäische und afrikanische Geschichte lebendig werden. Die
passionierte
Perlen-Sammlerin und -Archäologin wird am Samstag, 26.
September, von 16.00 Uhr
an, und am Sonntag, 27. September, von 15.00 Uhr an, ihre private
Sammlung von Ketten
und Armbändern aus alten Perlen vorstellen und dabei die
Besucher mit ihrem lebendigen
Vortrag über die historische Glasperlenkultur faszinieren. Mit Heidi
Simons hat das Glashaus eine ausgewiesene Glasperlenexpertin
mit profundem Wissen zu Gast. Seit ihrer Pensionierung erforscht die
73-jährige
Oberstudienrätin die Glasperlenkultur,
stellt ihre persönlich gesammelten Exponate in
Museen in Deutschland und
Westafrika aus und begeistert mit ihren Vorträgen
über die internationale
Perlenwelt, in der sie selbst zu Hause ist. Denn seit 38 Jahren lebt
Heidi
Simons mehrere Monate im Jahr im westafrikanischen Saint-Louis in
Senegal am
Südrand der Sahara nördlich der Hauptstadt Dakar.
Dort kreuzen sich seit 2000
Jahren Perlenhandelswege nach Ägypten, Mali, Marokko und
Mauretanien. Stein-
und Glasperlen, Bernsteinperlen von der Ostsee sowie
europäische Glasperlen - vor
allem aus Deutschland, Böhmen und Italien -
wurden
jahrhundertelang, schiffladungsweise
nach Afrika exportiert. In vielen westafrikanischen Kulturen galten
Glasperlen
nicht nur als Wertobjekt, sondern auch als Tauschmittel. Afrikanische
Könige
bestellten in Europa und Indien Perlen aus Kobaltglas, Milchglas und
Goldrotglas sowie Millefioriperlen und Chevronperlen. Gefragt waren auch Glasperlen als Ersatz
für rote Korallen, gelben
Bernstein und Bergkristall.Jedes Dorf wollte seine
eigenen Perlen. Viele
Dörfer in Mali hatten ihre eigenen Perlenlieferanten in
Böhmen. So enstand eine
ungeheure Vielfalt an Farben und Formen. Preußen hatte im 16.
Jahrhundert Besitzungen
an der nordafrikanischen Küste und lieferte Glasperlen aus
Potsdam:
Handelsperlen. Über den Vortrag hinaus
können die Besucher in
der ebenfalls präsentierten Perlenliteratur
vieles über eine interessante in Deutschland wenig bekannte
Wissenschaft
erfahren. Nur in den USA, Israel und Japan gibt es einige
Perlen-Museen. Das
Glashaus möchte hier anknüpfen und zwei Tage lang ein
Glasperlen-Museum sein: 2000
Jahre europäische und afrikanische Geschichte wird
über diese historischen
Glasperlen lebendig. Gleichzeitig wird Georg Krasztinat Interessierten
in
seiner Werkstatt Einblicke in die heutige Kunst des Glasperlenhandwerks
geben
und damit das unterhaltsame Programm abrunden.
Zur
Person
von Heidi Simons:
Die 73-jährige Oberstudienrätin im Ruhestand war
jahrelang als Dienstlehrerin in Indien und Westafrika an Gymnasien und
an
Universitäten tätig, wo sie Deutsch unterrichtete.
Seit ihrer Pensionierung hat
sie sich intensiv mit der internationalen Perlenwelt
beschäftigt. Sie hat
gesammelt, geforscht und in Vorträgen und Ausstellungen ihr
Wissen
weitergegeben. Im Dorf Gandiole südlich von Saint-Louis in
Senegal hat sie vor acht Jahren ein viel beachtetes kleines Perlenmuseum eingerichtet.